Seit September 2025 verstärkt Urs Stutz das Team von Huber & Bruderer im Bereich Treuhand, Buchhaltung und Steuerberatung. Als Betriebsökonom mit langjähriger Erfahrung verbindet er technisches Verständnis mit betriebswirtschaftlicher Perspektive. Im Gespräch erläutert er, weshalb Buchhaltung mehr ist als reine Administration, welche Rolle Steuern in der strategischen Planung spielen und worauf sowohl KMU als auch Privatpersonen besonders achten sollten.
Herr Stutz, Sie sind seit September 2025 bei Huber & Bruderer tätig. Was hat Sie an dieser Zusammenarbeit gereizt?
Mich hat vor allem der hohe Qualitätsanspruch angesprochen. Mario Huber und Alexander Bruderer kenne und schätze ich seit über zwanzig Jahren. Professionalität, gegenseitiges Vertrauen und eine gute Teamarbeit sind für mich zentrale Voraussetzungen für eine langfristige Zusammenarbeit.
Sie verbinden treuhänderische Präzision mit betriebswirtschaftlichem Denken. Was bedeutet das konkret in der täglichen Beratung?
Zahlen sind Fakten. Entscheidend ist jedoch, wie sie im betriebswirtschaftlichen Kontext zu interpretieren sind. Gute Beratung beschränkt sich deshalb nicht auf die Buchführung, sondern analysiert, was hinter den Zahlen steht – und welche Ursachen zu einem bestimmten Ergebnis geführt haben.
Wo sehen Sie bei KMU die häufigsten Schwachstellen in Buchhaltung und finanzieller Führung?
Die Buchhaltung zeigt immer den aktuellen Zustand eines Unternehmens – und damit auch Hinweise auf Stabilität, Absicherung oder Wachstumsmöglichkeiten. Die Herausforderung besteht darin, diese Zahlen nicht isoliert zu betrachten. Sie sollten regelmässig analysiert und in den betriebswirtschaftlichen Kontext gestellt werden. Beispielsweise kann ein Vergleich über mehrere Monate zeigen, ob einzelne Kostenbereiche aus dem Ruder laufen oder ob ein Geschäftsbereich deutlich profitabler ist als erwartet.
Viele Unternehmerinnen und Unternehmer betrachten Buchhaltung als Pflichtaufgabe. Wie kann sie zu einem echten Führungsinstrument werden?
Wer die Buchhaltung als Spiegel des Unternehmens versteht, erhält daraus wichtige Hinweise für die Unternehmensführung. Sie liefert zusätzliche Informationen für strategische Entscheidungen und ergänzt damit die Perspektive der Geschäftsleitung. Zum Beispiel kann eine frühzeitige Analyse zeigen, ob steigende Kosten die Marge schmälern oder ob genügend Liquidität für geplante Investitionen vorhanden ist.
Was unterschätzen Privatpersonen bei der Steuerplanung am häufigsten?
Die Steuererklärung bezieht sich immer auf das vergangene Jahr. Viele Möglichkeiten der Steueroptimierung lassen sich aber nur während des laufenden Steuerjahres beeinflussen. Deshalb ist eine frühzeitige Planung entscheidend. Wer etwa unter dem Jahr Einzahlungen in die Vorsorge plant, Investitionen vorzieht oder die Aufteilung von Einkommen innerhalb der Familie überprüft, kann die Steuerbelastung oft noch aktiv beeinflussen.
Wer die Buchhaltung als Spiegel des Unternehmens versteht, gewinnt daraus wichtige Hinweise für Stabilität, Wachstum und strategische Entscheidungen.“
Urs Stutz
Was unterschätzen Privatpersonen bei der Steuerplanung am häufigsten?
Die Steuererklärung bezieht sich immer auf das vergangene Jahr. Viele Möglichkeiten der Steueroptimierung lassen sich aber nur während des laufenden Steuerjahres beeinflussen. Deshalb ist eine frühzeitige Planung entscheidend. Wer etwa unter dem Jahr Einzahlungen in die Vorsorge plant, Investitionen vorzieht oder die Aufteilung von Einkommen innerhalb der Familie überprüft, kann die Steuerbelastung oft noch aktiv beeinflussen.
Wie wichtig ist die Abstimmung zwischen Buchhaltung, Steuern und strategischer Unternehmensentwicklung?
Sie ist zentral. Entscheidungen über Investitionen, Rückstellungen, Personal oder Löhne wirken sich direkt auf Ergebnis und Steuerbelastung aus. Wer diese Bereiche gemeinsam betrachtet, kann unternehmerische und steuerliche Entscheidungen besser aufeinander abstimmen.
Ab welchem Zeitpunkt sollte ein KMU externe Unterstützung in Buchhaltung oder betriebswirtschaftlicher Begleitung in Anspruch nehmen?
Idealerweise bereits bei der Gründung. Spätestens ab einem Umsatz von rund CHF 100’000 ist eine doppelte Buchhaltung gesetzlich vorgeschrieben. Spätestens dann lohnt sich professionelle Unterstützung.
Welche aktuellen Entwicklungen im Steuer- oder KMU-Umfeld sollten Unternehmerinnen und Unternehmer im Blick behalten?
Behörden reagieren heute schneller auf ausstehende Zahlungen. Sowohl Sozialversicherungen als auch Steuerbehörden können bei offenen Forderungen rascher Betreibungen einleiten. Deshalb gewinnt die Planung der Liquidität zunehmend an Bedeutung.
Was ist Ihnen in der Zusammenarbeit mit Kundinnen und Kunden besonders wichtig?
Vertrauen, Transparenz und Ehrlichkeit. Sie sind die Grundlage für eine Beratung, die wirklich auf die individuelle Situation eingehen kann.
Herzlichen Dank für das Interview, Herr Stutz!